kollektiv mit startblatt.net – OpenMAG for Creativity, Insights, Alternatives & Humanity
Die Informationsgesellschaft ist eine „Netzgesellschaft“. Menschen, Themen, Orte sind über Datenhighways miteinander verbunden. Wir bewegen uns nicht mehr nur physisch, sondern zunehmend virtuell. Die „Netzgesellschaft“ ist folglich „grenzenlos“. Wissenschaftliche und künstlerische Grenzen werden wie nationale überschritten. Heute arbeitet man inter- und transdisziplinär. Die „Netzgesellschaft“ ist damit eigentlich „disziplinlos“ geworden. Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft verschmelzen miteinander. Die Verabsolutierung von „Wahrheit“, von „Schönheit“ liegt längst hinter uns. Wir sind „post“ und denken und arbeiten „quer“ statt „vertikal“. „Vielfalt“ statt „Einheit“ bestimmt unseren Kontext. Was gilt, wird (sowieso) verhandelt.
Aktuelle Positionen in der Wissenschaft und in der Kunst sind daher diskursive Produkte/Werke bzw. Inhalte mit Verfallsdatum zu gesellschaftlichen Problemstellungen. Kunst und Wissenschaft arbeiten dabei gleichermaßen am individuellen und gesellschaftlichen Erkenntnisprozess. Ästhetik/Wahrnehmung/Beobachtung steht dabei im Mittelpunkt. Doch „Grenzenlosigkeit“ bedeutet auch Verlust von „Einheit“ und damit die Fragmentierung. Die „Netzgesellschaft“ und ihre Themen sind daher fragmentiert. Wozu das „Ganze“ gut ist, was in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Fragmenten getan wird, was das „Ganze“ überhaupt ist, an dem gearbeitet wird, erschließt sich im besten Fall noch Spezialistinnen und Spezialisten bzw. Kennerinnen und Kennern des jeweiligen gesellschaftlichen Fragments. Anderen bleibt oft der größere Zusammenhang oder die sog. „Metaebene“ und damit die Sinnhaftigkeit für die eigene Person verborgen. Die „Netzgesellschaft“ erscheint daher als „sinnloser“ Informationsdschungel. Inhalte bzw. Informationen multiplizieren sich, was state-of-the-art ist, wo sich die Inhalte bzw. Informationen thematisch kreuzen, geht oft in einer scheinbar zusammenhangslosen Informationsflut unter.
What we want to do
Mit unserem Projekt „THEMEN_CALLS_SHOWROOM (TCS): Kollaborativer Showroom der menschlichen Entwicklung in Echt-, Gleich- und Raumzeit“ möchten wir die Lücke bzw. den Informationsgap an dieser Stelle schließen. Dabei wollen wir aktuelle und bemerkenswerte Standpunkte und Positionen (Texte und/oder Bilder) aus Musik, Kunst, Film, Literatur, Mode, Design etc. und Wissenschaft, Forschung, Technologie etc. in sogenannten „Themen-Calls“ sammeln, filtern und vernetzt (digital & analog) kommunizieren. So soll sich (1) in digitalisierter Form für die NutzerInnen von startblatt – OpenMAG for Creativity, Insights, Alternatives & Humanity (www.startblatt.net) im virtuellen Raum und (2) den BesucherInnen des „THEMEN_CALLS_SHOWROOMs“ im realen Raum ein zeitgenössisches Bild relevanter wissenschaftlicher und künstlerischer Positionen zu den von uns kuratierten Themen ergeben. Dabei ist es unser Anspruch, jenseits von Fachgrenzen inhaltlich verständlich und visuell attraktiv und somit offen zu sein. Diesen Prozess, diese Offenheit, die gleichzeitig auch eine Aufforderung zum Diskurs ist, wollen wir durch den „THEMEN_CALLS_SHOWROOM“ auch physisch (1) verorten und (2) unterstützen.
Mit dem „ THEMEN_CALLS_SHOWROOM (TCS): Kollaborativer Showroom der menschlichen Entwicklung in Echt-, Gleich- und Raumzeit “ wollen wir zusammen mit startblatt – OpenMAG for Creativity, Insights, Alternatives & Humanity einen physischen Ort entstehen lassen, der den kollaborativen Entstehungsprozess pluraler Themenauseinandersetzungen (1) unterstützt und (2) dessen Ergebnisse kommuniziert. Dabei soll der „THEMEN_CALLS_SHOWROOM (TCS)“ gleichermaßen als Begegnungs- als auch als Ausstellungsort verwendet werden.
Mit unserem Projekt „THEMEN_CALLS_SHOWROOM (TCS): Kollaborativer Showroom der menschlichen Entwicklung in Echt-, Gleich- und Raumzeit“ möchten wir unsere Aktivitäten im Bereich der Wissensgenerierung- und -vermittlung vertiefen und ausbauen. Mit den THEMEN_CALLs wollen wir plurale Auseinandersetzungen mit bestimmten aktuellen bzw. überzeitlichen Begriffen und Kategorien (z.B.: Hirn, Krebs, Liebe, Gier…) (1) INITIEREN, (2) KURATIEREN und (3) KOMMUNIZIEREN, d.h. aktuelle und bemerkenswerte Standpunkte und Positionen aus Wissenschaft, Forschung Kunst, Kultur zu den THEMEN_CALLS sammeln (Recherche unterschiedlicher Daten-/Wissensbestände, direkte Aufforderung entsprechender PlayerInnen zur Teilnahme etc.), filtern (redaktionelle Auswahl) und vernetzen (Aufbau thematisch entsprechender Relationen, Verlinkungen und Verzeichnisse) und präsentieren (inhaltlich verständlich und visuell attraktiv on- und offline aufbereiten). Im Mittelpunkt steht ein möglichst offener und (dadurch) pluraler Diskurs (im Unterschied zu enzyklopädischen Unternehmungen, bei denen Faktizität im Mittelpunkt steht), das Sichtbarmachen von (glokalen) Kontexten und deren Einfluss auf die verschiedenen Positionen und Standpunkte sowie das ständige Fragen und Hinterfragen bestehender Standpunkte und (Wissens-)Positionen, als die Fragen das immerwährende sind, einzig die Antworten im Verlaufe der Zeit sich wandeln.
What we aim at
Dadurch möchten wir laufend EINBLICK und ÜBERBLICK über aktuelle und wichtige Standpunkte und Positionen unterschiedlicher „WissensplayerInnen“ zu aktuellen und bemerkenswerten Themen geben, ACCESS unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu aktuellen Erkenntnissen und Diskursen erleichtern und dadurch insgesamt ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGEN VERBESSERN und HANDLUNGSALTERNATIVEN ERÖFFNEN, um Perspektiven aufzuzeigen und zu ermöglichen.
Die Ergebnisse der laufenden SCREENings sollen über die Digitalisierung hinaus auch offline verbreitet werden. „THEMEN_CALLS_SHOWROOM (TCS): Kollaborativer Showroom der menschlichen Entwicklung in Echt-, Gleich- und Raumzeit“ ist dabei ebenso Programm- wie Ausstellungs- und Verteilungsort. Die Grenzen von Kunst und Wissenschaft sollen bei der weiteren Auswertung der Ergebnisse überschritten werden, sodass die Ergebnisse sowohl über sinnliche als auch über intellektuelle Rezeptionskanäle zum Menschen transportiert werden. In temporären Ausstellungen bzw. Festivals erhalten die Beiträge eine zusätzliche Präsentationsfläche bzw. einen „Showroom“ in der „realen“ Welt. Durch die „Verräumlichung“ der Ergebnisse wird die gewählte Ausstellungsfläche zu einem „Epizentrum“ von Kreativität und Wissen, an dem beides für BesucherInnen auf allen Sinnen erfahr- und erlebbar wird. Die weitere Streuung der Ergebnisse des Vorhabens soll von einem Magazin, das gleichzeitig Katalog für die temporären Ausstellungen bzw. Festivals fungiert, begleitet werden. Das Magazin versucht durch seine visuelle Gestaltung die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Kommerz zu überschreiten und Erkenntnisse auch für eine „Konsumgesellschaft“ bzw. „Populärgesellschaft“ attraktiv und dadurch sichtbar zu machen